Soundalike

In der Film- und Werbeindustrie werden aus Kostengründen Soundalikes eingesetzt, um die Lizenzierung der Nutzungsrechte an bestehenden Werken zu umgehen. Ein Soundalike imitiert ein bestehendes Werk, den Personalstil eines Künstlers oder einen Musiktrend.

Im Film werden in der Herstellungsphase oft vorübergehende Arbeitsmusiken (Temptracks) unterlegt, die  dann imitiert werden sollen.  Häufig legt der Kunde dem Auftrags­komponisten ein Vorbild (Role Model) zur Nachahmung vor. (Regisseur: „Schreib mal etwas ähnliches wie diesen Titel hier.“)

Ein Soundalike klingt so ähnlich wie (engl: sounds like) das Original. Es wird in einer Nachkomposition in seinen wesentlichen Merkmalen nachempfunden.  Das Soundalike ist häufig minderwertiger. Im Englischen spricht man von einem „Knockoff“, einer billigen Kopie.

Beim Soundalike ist darauf zu achten, dass der Originaltitel weder bearbeitet (Bearbeitung) noch gecovert (Cover-Version) wird. Das Soundalike muss ein eigenständiges Werk sein. Der Komponist steckt also in der Zwickmühle, dem Original möglichst nahe zu kommen ohne Teile daraus zu übernehmen. Wegen des starren Melodieschutzes darf die Melodie auf keinen Fall übernommen werden. Bei allen anderen Gestaltungselementen (Harmonie, Rhythmus, Stil, Form, Klang) sind mehr Freiheiten möglich, wenn sie nicht schutzfähig sind bzw. eine freie Benutzung vorliegt.