Parodie

Eine Parodie greift ein bekanntes Werk formal und inhaltlich auf. Sie ist eine verzerrte, karikierende, satirisch zuspitzende, ironisierende oder übertreibende Nachahmung des Originals, wobei die Parodie meist eine komische Wirkung erzielen soll.

Musikgeschichtlich ist eine Parodie bis ins 18. Jahrhundert eine Umgestaltung eines musikalischen Werkes. Auch ein Transfer in eine andere Gattung oder in einen anderen Geltungsbereich (weltlich - geistlich) ist eine Parodie. Eine Parodiemesse greift zum Beispiel ein weltliches Chanson oder eine geistliche Motette auf und unterlegt der Musik den üblichen Text einer Messe (Kyrie, Gloria, Credo etc.).

Parodien sind rechtlich problematisch. Sie übernehmen immer wesentliche Charakterzüge des parodierten Werkes. Da die gestalterischen Elemente nicht verblassen, kann von keiner freien Benutzung die Rede sein. Parodien sind demnach abhängige Bearbeitungen oder Cover-Versionen.

Um Parodien allein wegen des Rechts an freier Meinungs­äußerung dennoch zu ermöglichen, schließlich würde ein Urheber unliebsame Parodien stets zensieren oder verweigern, gibt es eine Sonderregelung der freien Benutzung. Eine Parodie muss einen deutlichen inneren Abstand zum Original aufweisen. Dadurch wird sie zum selbstständigen Werk. Allerdings ist das kein Freischein für Parodisten, sich an Werken anderer eine goldene Nase zu verdienen. Auch darf die Parodie den Urheber oder das geschützte Originalwerk nicht unverhältnismäßig schädigen.