Es gibt gute Gründe, einen Sachverständigen mit einem Musikgutachten zu beauftragen. Liegt bereits eine Rechts­verletzung vor, dient ein Gutachten der Beweissicherung. Damit kann eine Anschuldigung bekräftigt oder abgewehrt werden. Der zweite Grund ist präventiv. Dann dient eine Musikanalyse vor Veröffentlichung einer Produktion der Rechtssicherheit und Qualitätskontrolle.

Die häufigsten Anwendungsgebiete sind:

  • Plagiatsfall: Ein geschütztes Werk wird ganz oder in Teilen unerlaubt kopiert.
  • Bearbeitung: Ein Werk wird ohne Erlaubnis des Urhebers oder über den erlaubten Rahmen hinaus bearbeitet bzw. nachgesungen (Cover-Version).
  • Entstellung: Ein Werk wird ohne Erlaubnis des Urhebers soweit verändert, dass es entstellt ist und seinen ursprünglichen Charakter verliert.
  • Soundalike bei Auftragskompositionen: Ein Komponist orientiert sich an einem Temptrack oder Vorbild und überprüft den künstlerischen Abstand zum Original.
  • Samples: Ein Musiker übernimmt geschützte Einzelsounds von einem veröffentlichten Werk.
  • Zitat: Ein Werk zitiert Teile eines veröffentlichten Werk z. B. als Hommage.
  • Leistungsschutz: Künstler oder Tontechniker möchten nachweisen, dass sie an der Produktion beteiligt waren (als Sänger, Gitarrist, Produzent o.ä.)
  • Martktanalyse: Die Schaffenshöhe, Originalität oder Gemeinfreiheit wird überprüft. Komponisten erhalten eine Beratung zur Optimierung Ihres Werks. Eine Genre-Zuordnung wird vorgenommen und der Marktwert im Segment ermittelt.
  • Werkanalyse: Auch hier erhalten Auftragskomponisten eine Beratung zur Optimierung Ihres Werks. Auftragskompositionen wie Jingles, Firmensongs oder Audiologos werden zudem auf Schutzfähigkeit überprüft.
  • Wertanalyse: Wenn Musiksammlungen als Aufnahmen (in Form von Schallplatten, CDs) oder Noten geerbt werden, muss der Wert festgestellt werden. Auch im Schadensfall nach einem Brand- oder Wasserschaden oder nach einem Einbruch kann der Verlust für den Versicherten ermittelt werden.
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